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12.04.2018

Aus Energieeffizienz wird Smart Energy

Digitale Vernetzung spielt bei der Steigerung von Energieeffizienz im Unternehmen immer größere Rolle / E-world-Nachlese am 16. April 2018 in Dresden zeigt Branchentrends auf

Lange Zeit war Energieeffizienz das Schlagwort querbeet durch die verschiedensten Themenfelder und Branchen. Ob im Immobilienbereich, in Industrie oder im Bürosektor – alles stand unter dem Zeichen der Energieeffizienz. Mittlerweile scheint der Begriff für ressourcenschonendes Wirtschaften an Bedeutung zu verlieren. Dieser Trend zeichnete sich auf der internationalen Branchenmesse E-world energy & water (7.-9. Februar 2018) in Essen ab, an der 710 Unternehmen und 25.000 Besucher teilnahmen. Während 2017 in der offiziellen Pressemitteilung der Veranstalter noch fünfmal von "Effizienz" die Rede ist und der Begriff damit fast genauso häufig vorkommt wie "digital" (sechsmal), wird er 2018 in der Pressemitteilung gar nicht mehr verwendet. Dafür taucht siebenmal das Wort "digital" und zehnmal "smart" auf. 

Hinter diesem Wandel in den Begrifflichkeiten steckt eine grundsätzliche Bedeutungsverlagerung. "Energieeffizienz" wird nicht unwichtig. Vielmehr erfährt sie aktuell eine Erweiterung um eine wichtige Komponente: Geht es um die Verbesserung der Ressourcennutzung im Unternehmen, spielt die digitale Vernetzung eine immer größere Rolle. Aus "Energieeffizienz" wird "Smart Energy". Der neue Begriff verbindet dabei die Aspekte erneuerbar, effizient und intelligent. Vor allem in Verbindung mit digitalen Lösungen und Services bleibt das Thema wichtig und wird sogar noch ergänzt. Dass das Konzept funktioniert, zeigen auch die Austellerzahlen auf der E-world im Bereich Smart Energy: Seit 2012 hat sich die Anzahl verfünffacht (2018: 178). 

Jens Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Clusters IT Mitteldeutschland e. V. und Leiter des Arbeitskreises Energie 4.0 im Cluster IT: „Energieeffizienz ist kein Thema für sich, sondern muss ganzheitlich mit allen Vorgängen im Unternehmen betrachtet und umgesetzt werden. Das gilt vor allem im Zeitalter der Digitalisierung, die alle Prozesse miteinander vernetzt. Die digitale Vernetzung ist die Grundlage für eine ganzheitliche Datenerfassung. Die gesammelten Informationen bilden die Basis, um Prozesse optimal aufeinander abzustimmen und energieeffizientes Arbeiten zu fördern."

Schließlich nützt es nichts, riesige Mengen an Informationen zu sammeln und separat für einzelne Bereiche zu betrachten. Beispiel aus der Industrie: In den vergangenen Jahren wurden verschiedene, getrennte Systeme zur Datenerfassung eingeführt – Energiemanagementsystem, Betriebsdatenerfassung, Maschinendatenerfassung. Die Aufgabe heute ist es, diese Systeme miteinander zu verbinden, beispielsweise im Rahmen eines zentralen Fertigungsmanagementsystems. "In Zukunft sind immer komplexere Analysen notwendig, um hilfreiche Rückschlüsse ziehen zu können und versteckte Optimierungspotenziale zu identifizieren.", so Heinrich, "Es entstehen oft riesige Datenmengen, die nicht mehr ohne technische Unterstützung ausgewertet werden können. Aber: IT alleine wird das Problem nicht lösen, wichtig ist eine kluge Kombination von IT- und Prozess-Know-how."

Welche Tragweite und Herausforderungen "Smart Energy" birgt, ist auch Thema der E-world-Nachlese des Clusters IT Mitteldeutschland am 16. April 2018 um 17.30 Uhr. Zu Gast beim Energy Saxony e. V. (Kramergasse 2,01067 Dresden) berichten Cluster-Mitglieder und andere Unternehmen von ihren Messe-Eindrücken und dem dort gewonnenen Wissen. Dabei geht es in kurzen, prägnanten Fachvorträgen unter anderem um Folgendes: 

- Energieeffizienz: Alles schon ausgereizt?
- Smart Services: Wird jetzt durchgestartet?
- Ausbau Windenergie – im Wettbewerb der Vergütung

Das Gehörte kann anschließend beim Get-together im persönlichen Gespräch vertieft werden. 

Zur Pressemitteilung.

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