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13.06.2018

KI: Innovative Technologien brauchen Rahmenbedingungen

Künstliche Intelligenz ist ein Schlüsselthema auf der Cebit in Hannover und bildet nächste Phase der Digitalisierung. Nutzen in der Wirtschaft und Gesellschaft noch nicht angekommen.

Die Vernetzung und die Datenströme werden im Zuge des Digitalen Wandels immer vielschichtiger. Selbst einfache Systeme sind für Menschen oft schwer zu überblicken. Da, wo der Verstand an Grenzen stößt, können Maschinen viel weiter gehen. Sie verarbeiten hochkomplexe, riesige Datenmengen in Sekundenschnelle. Je besser die Technologien werden, desto eigenständiger erfüllen sie ihre Aufgaben und verbessern sich sogar selbstlernend. Die so genannte Künstliche Intelligenz gewinnt dabei im Rahmen der Digitalisierung immer stärker an Bedeutung. Auf der aktuell in Hannover stattfindenden Cebit (11.-15.06.2018) ist KI deshalb ein Leitthema.

Andreas Vierling, Geschäftsführer des Clusters IT Mitteldeutschland: "Künstliche Intelligenz bietet Anwendungsmöglichkeiten in allen erdenklichen Arbeits- und Lebensbereichen. Diese Technologien werden umfangreich in unseren Alltag Einzug halten und Prozesse grundlegend verändern. Gesellschaft und Wirtschaft werden davon auf sehr vielfältige Weise profitieren. Monotone Tätigkeiten können zum Beispiel künftig Maschinen übernehmen, Auswertungen und Analysen viel umfangreicher erstellt und genutzt werden. Aber es sind noch deutlich umfassendere, zurzeit kaum vorstellbare Anwendungen möglich."

Auch Professor Dr. habil. Christoph Igel, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Sprecher des DFKI Berlin betont die Bedeutung von KI: "Künstliche Intelligenz ist die nächste Digitalisierungsphase nach Industrie 4.0. Potenziale bietet KI insbesondere in wissensintensiven Aufgaben, beispielsweise bei der Optimierung von Produktionsprozessen. Aktuell stehen dabei vor allem Lernende Systeme, die auf KI-Methoden, insbesondere dem Maschinellen Lernen, basieren, im Mittelpunkt. Es handelt sich um Technologien, die Aufgaben auf Datenbasis selbständig, ohne spezifische Programmierung, erledigen."

Der Nutzen von KI ist in der Wirtschaft jedoch noch nicht in allen Bereichen angekommen. Nur elf Prozent der Unternehmen planen nach einer aktuellen Studie des BITKOM e. V., in nächster Zeit in entsprechende Technologien zu investieren. Die Ursache sieht der Cluster IT vor allem in der zurzeit noch fehlenden Information zu den Möglichkeiten und den zum Teil unklaren Rahmenbedingungen des Einsatzes. Wichtig ist es deshalb, in Sachen Künstliche Intelligenz Aufklärungsarbeit zu leisten und dabei den tatsächlichen Stand der Technik verständlich darzustellen: "Nicht selten trifft man auf einen gewissen Argwohn, wenn es um lernende und intelligente Maschinen geht. Wo bleibt der Mensch, wenn die Maschine übernimmt, lautet häufig die Frage", so Vierling, "Ich denke, dass diese Sorge unbegründet ist und die Maschine die menschliche Arbeit ergänzen und vereinfachen und den Alltag bereichern wird. Doch es braucht Transparenz und Rahmenbedingungen, um diese Vorzüge bekannt zu machen."

Das betrifft insbesondere rechtliche Aspekte und die gesellschaftliche Akzeptanz von KI-basierten Entscheidungen. Langfristig spielt das Thema Verantwortung eine zentrale Rolle – wer haftet, wenn Maschinen eigenständig agieren? Wie können Entscheidungen auf Basis von Algorithmen überprüft werden? Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft sind hier gefordert, einen entsprechenden Rahmen abzustecken und damit die Basis für Vertrauen von Seiten der Anwender und Nutzer in KI-Technologie zu erreichen. Nur auf einer solchen Grundlage kann Akzeptanz entstehen, um den Weg von Künstlicher Intelligenz ins tägliche Leben zu ebnen.

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